WalserwegThüringerberg - St.Gerold - Blons
 Die Ruine Blumenegg

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Zwischen Lutz und Falsterbach steht auf einem Hügel die Ruine Blumenegg. Die Burg wurde von den Grafen von Montfort-Werdenberg um 1260 erbaut und bereits 1405 vom Bund ob dem See gebrochen. 1650 zerstörte ein Brand den Edelsitz. Nach einem weiteren Brand im Jahre 1774 wurde Blumenegg nicht mehr aufgebaut. Heute befindet sich die Ruine in Privatbesitz.

  

 Die Herrschaft Blumenegg

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Die heutigen Gemeinden Ludesch, Bludesch, Thüringen, Thüringerberg, Sonntag und Raggal zählten einst zur Herrschaft Blumenegg.

1260 Die Grafen von Montfort-Werdenberg erbauten die Burg
1416 Besitz der Freiherren von Brandis (Emmental in der Schweiz)
1510 Besitz der Grafen von Sulz (Schwaben)
1613 Besitz des Reichstiftes Weingarten (Württemberg)
1802 Säkularisierung durch Napoleon – Auflösung der Gerichte
1803 Besitz des Fürsten Wilhelm Friedrich von Oranien-Nassau-Weilberg
1804 Besitz des Hauses Habsburg
1806 Besitz des Staates Bayern
1814 Blumenegg kommt an Österreich

  

 Gemeinde Thüringerberg

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Größe: 10, 5 km2 Seehöhe: 880 m
Im Churrätischen Urbar um 850 „ad Montaniolos“ ( bei den Bergern ) genannt.
Höchste Erhebung: Tälispitz – 2 001 m .
Der Falsterbach (Schlosstobel) trennt das Dorf in Innerberg und Außerberg .Selbständige Gemeinde seit 1808 .

  

 Das Hölltobel

Alter Name: Klostertobel oder Mühletobel

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Bis 1878 trieb der Bach für die Propstei eine Säge und eine Mühle. Dann kam die Straße bis nach St. Gerold. Billiges Mehl fand den Weg ins Tal. Der Getreidebau ging zurück, die Mühlen verstummten und zerfielen. Bis zur Gebietserweiterung 1648 war das Hölltobel die Grenze zwischen der Herrschaft Blumenegg und dem Dinghof St. Gerold. Der Übertritt in einen anderen Gerichtsbezirk war nur mit Erlaubnis der Obrigkeit statthaft.

  

 Die Propstei St.Gerold

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Um 960 wurde die Propstei durch den Büßer Gerold gegründet. Nach seinem Tode errichteten Mönche ein Kloster. Die umliegenden Gebiete waren von Rätoromanen besiedelt. Um 1300 kamen Walser nach St. Gerold und brachten die deutsche Sprache in unser Tal. Die Propstei war ein mittelalterlicher Dinghof mit Leibeigenen; er wurde vom Kloster Einsiedeln aus verwaltet. 1648 vergrößerte das Stift Einsiedeln seinen Besitz in St. Gerold. Die Propstei wurde eine freie Reichsherrschaft mit eigener hoher Gerichtsbarkeit. Unter der Bayernherrschaft 1806 wurde die Propstei enteignet und verlor ihre politische Bedeutung. Heute ist die Propstei eine religiöse, kulturelle und soziale Begegnungsstätte für alle Suchenden.

  

 Die Legende vom hl. Gerold

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Um ein gottgefälliges Leben zu führen, zog Gerold, ein Herzog aus Sachsen, als Einsiedler in das noch unbewohnte „Friesental“. Hier lebte er unerkannt, bis Jäger des Grafen Otto von Jagdberg-Montfort ihn auf einer Bärenjagd entdeckten. Der Graf selbst suchte Gerold in der Wildnis auf, schenkte ihm das dortige Land und erbaute für ihn Kapelle und Behausung. Seine beiden Söhne, Kuno und Ulrich, zogen zu ihrem Vater in die Einöde und lebten nach den Regeln des hl. Benedikt. Vor seinem Tode schenkte Gerold seinen Besitz mit allen Rechten dem Kloster Einsiedeln. Gerold starb 978 in seiner Einsiedelei. Über seinem Grabe entstand die heutige Propstei. Gerold wurde als Heiliger verehrt und gab dem Ort seinen Namen.

  

 Gemeinde St. Gerold

Größe: 12,5 km2             Seehöhe: 900 m

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Bis 1340 hieß der Ort „Friesen“, von da ab „St. Gerold“. Zur Propstei gehörten anfänglich der Plankenberg und der Blonserberg. 1648 kamen der Gassnerberg und der Valentschinaberg durch Kauf zur Herrschaft St. Gerold. Die Bewohner des Gassnerberges und die von Valentschina waren bis dahin Herrenleute von Blumenegg und wurden nunmehr Gotteshausleute von St. Gerold. Die Propstei erhielt das Blutgericht zugesprochen. 1806 wurden durch die Bayern alle Gerichte aufgehoben und neu eingeteilt. Aus der Reichsherrschaft St. Gerold wurden die heutigen Gemeinden Blons und St. Gerold.

  

 Das Lawinenjahr 1954 in St. Gerold

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Am 11. Jänner 1954 Vormittag zerstörte eine Staublawine das Doppelhaus Nr. 25/26 und tötete Frau Anna Bertsch. Gegen Abend brach eine weitere Lawine los, zerstörte an dieser Stelle das Anwesen Nr. 9; dabei wurden die Geschwister Damian und Johanna Bertsch getötet. Im Großen Walsertal gingen vom 10. bis 12. Jänner 1954 über 100 Lawinen ab. 147 Menschen wurden verschüttet, 80 kamen sofort ums Leben oder starben bald an ihren Verletzungen. 46 Häuser und 92 Ställe wurden total zerstört, viele Gebäude schwer beschädigt. Dazu kam der große Verlust an Vieh und Habe.

  

 Gemeinde Blons

Größe: 15 km2         Seehöhe: 900 m

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Der westliche Teil von Blons war ursprünglich Gebiet des Gerichtes St. Gerold. Durch Kauf kam dann 1648 der Ortsteil Valentschina von der Blumeneggherrschaft zur neu errichteten Reichspropstei St. Gerold. Dieser Zustand dauerte bis zur Auflösung der Gerichte durch die Bayern im Jahre 1806. Seit diesem Jahr bilden Blons und Valentschina eine politische Gemeinde. Pfarrerhebung: 1689
Der erste Gendarmerieposten im Tal wurde 1877 in Blons eingerichtet. Die erste Raiffeisenkasse wurde 1892 in Blons gegründet. Die Hauptschule Großes Walsertal wurde 1987 in Blons eröffnet.

  

 Die Lawinenkatastrophe 1954

Im Notjahr geboren
Zum Rufen erkoren
Die Toten beklag ich
Ihre Namen trag ich

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Die Lawinenglocke von Blons

Am 11. Jänner 1954 zerstörten zwei verheerende Staublawinen das Bergdorf Blons: die Falvkopf-Lawine und die Mont-Calv-Lawine. Die Kunde verbreitete sich damals auf der ganzen Welt, und Hilfsaktionen von überall her setzten in großem Umfang ein. Die Schreckensbilanz:

In Blons: 57 Tote, 78 Verletzte, 33 zerstörte Häuser und ebensoviele Ställe.
Im Großen Walsertal gesamt: 80 Tote, 147 Verschüttete, 46 zerstörte Häuser und 92 zerstörte Ställe.

  

 Das Kalkbrennen

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Vor Einführung des Zements war Kalk das einzige Bindemittel zur Herstellung von Mauerwerken. Für Grundmauern und Kamine wurde dieser Baustoff verwendet. Im Kalkofen wurde aus Kalksteinen der Mauerkalk und der Weißelkalk gewonnen. Ein Brennvorgang dauerte etwa 70 Stunden und verschlang 20 rm Brennholz. Es entstanden ca. 1.000 kg Kalk, genug für ein Wohnhaus. Der gelöschte Kalk wurde gleich verarbeitet oder in einer feuchten Kalkgrube für später gelagert.

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 Der hydraulische Widder

Eine Wasserpumpe ohne Motor

Durch eine Zuleitung fließt Wasser in den Widder. Dieses versucht durch ein Stoßventil wieder auszufließen, schließt jedoch durch seine eigene Kraft ein Ventil und sperrt somit den Durchfluss. Der plötzlich entstandene Druckstoß öffnet ein Flatterventil ( = Überdruckventil ), welches in einen Druckkessel mit einer Steigleitung führt. Der im Kessel entstandene Luftdruck befördert nun einen Teil des Wassers stoßartig in die vorhandene Steigleitung in einen Hochbehälter. Durch das Nachlassen des Druckes fällt das Stoßventil wieder zurück und öffnet den Durchfluss. Der Vorgang beginnt von neuem.

 

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