WalserwegRaggal - Marul - Laguz
 Die Alpen des Großen Walsertales

Die großen Gemeinschaftsalpen des Tales gehen auf vorwalserischen Ursprung zurück, die Alpen tragen daher durchwegs rätoromanische Namen. Kleinere Alpen wurden von den Walsern urbar gemacht und erhielten deutsche Namen. Die Alpen werden Ende Juni bis Mitte September bestoßen.
 
In früherer Zeit hatten die Besitzer das aufgetriebene Milchvieh in der eigenen Hütte gemolken und Butter und Halbfettkäse erzeugt. Heute wird die Milch in der Gemeinschaftssennerei verarbeitet. In vielen Alpen entstehen inzwischen auch Gemeinschaftsställe.
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 Sägabüal

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Am Bach östlich der Engelschlucht stand bis 1951 eine uralte Wassersäge. Diese war im Besitz von 47 Bauern aus Marul. Ein Teil des Marulbaches wurde für den Betrieb in ein unterschlächtiges Wasserrad umgeleitet. Um 1930 wurde die Säge stillgelegt. Oberhalb des Garfüllaweges waren zwei ganzjährig bewohnte Anwesen mit den Maruler Hausnummern 25 und 27.

  

 Die Lasanggabrücke

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Der Weg ins Hintere Walsertal führte bis 1884 über diese Brücke. Säumer, Bauern, Soldaten und Bettler überquerten hier das Lasanggatobel. Am linken Bachufer standen ein Gasthaus, eine Mühle und eine Säge. Die Taverne war als Spielhölle verrufen; hier spielten die Walser um Korn, um Vieh, ja sogar um kleine Grundstücke. Von 1831 bis 1861 war der reiche Lasanggawirt Bürgermeister der Gemeinde Raggal. Allmählich verfielen Gasthaus und Mühle; bis zum völligen Verfall diente die Lasangga als Armenhaus der Gemeinde. Diese Brücke wurde 1789 erbaut. Sie steht unter Denkmalschutz und ist die letzte gedeckte Holzbrücke des Tales und zugleich eine der ältesten in Vorarlberg.
Lasangga = Lasanka = Wildbach

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 Plazera - ein Rest der Eiszeit

Das romanische Wort „Plazera“ bedeutet „Große Fläche“.

Am Ende der letzten Eiszeit bildete sich im Großen Walsertal in der Höhe von etwa 900 m ein Stausee. Schuld war der Illgletscher, der durch seine Mächtigkeit den Abfluss des schmelzenden Großwalsertaler Gletschers blockierte.

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Der Marulbach floss seitlich in diesen See und lagerte in seinem Mündungsgebiet deltaförmig große Geröllmengen ab. Als später der Illgletscher schmolz, entleerte sich der Stausee. Der Marulbach schnitt sich in sein eigenes Schotterdelta scharf ein. Die Talrandterrassen von Plazera und von Bargenboden in Raggal blieben übrig.

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 Dir Ortschaft Marul

Name: Marul = Bergsturz, Steinhaufen

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Nach mündlicher Überlieferung waren die Erstbesiedler die beiden Walserfamilien Peter Degen und Simon Spindler. Sie teilten sich das Gebiet; der Grenzverlauf (die Geißegga) ist heute noch erkennbar. Das Maisäßgebiet Garfülla und die anschließende Alpe Fuchswald (urkundlich „Vogtswald“!) waren zur Nutzung ausschließlich dem Vogt der Herrschaft Blumenegg vorbehalten und als Jagdgebiet sehr geschätzt.

Aus der Kirchengeschichte:
Der anfängliche Bildstock wurde 1686 durch den Bau einer Kapelle mit Sakristei und Turm abgelöst. 1756 wurde die bestehende Kirche errichtet und 1796 zur Kuratie von Raggal erhoben. Bemühungen zur Pfarrerhebung scheiterten. Die Kirche wurde im Hinblick auf die Nähe zur Lassanggamühle der Patronin der Müller, der hl. Katharina, geweiht.

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 Garfülla und Alpe Fuchswald

Garfülla: urkundlich „cavrilla = Ziegenstall
Fuchswald: urkundlich „Vogtswald“= Wald, dem Vogt gehörend

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Garfülla umfasste ursprünglich 15 Anwesen und war im 19. Jahrhundert noch ganzjährig bewohnt. In den Herbst- und Frühjahrsmonaten wurde in Garfülla Schule gehalten. Immer wieder zerstörten Lawinen die Gehöfte von Garfülla; im Jahre 1951 wurden mehrere Objekte beschädigt. Garfülla zählt zu den schönsten Jagd- und Maisäßgebieten des Tales. Fuchswald wurde immer als Alpe benutzt, früher allerdings als Unteralpe von Staffelfeder. Im Wald oberhalb der Alphütte stand die legendäre „Fuchswaldtanne“. Sie wurde um 1950 vom Sturm gebrochen, hatte einen Stockumfang von ca. 6 Metern, ein Gesamtvolumen von 42 m3 und war über 300 Jahre alt. Die Nutzung von Garfülla und Fuchswald war in alter Zeit ausschließlich den Vögten von Blumenegg vorbehalten.

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