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Alpe Steris
Gemeindegebiet Sonntag
Seehöhe: 1460 m ** Flächenmaß: 328 ha
Weidenanzahl: 173 ** Hüttenanzahl: 13
Steris ist ein typisches Walser Alpdorf und wurde bereits 1356 urkundlich erwähnt. Der Name stammt aus dem vulgärlateinischen Wort STERILIS und bedeutet „unfruchtbar“. Steris war also ursprüngliche eine Galtalpe und zählte in vordeutscher Zeit zum Großalpenkomplex Stafelfeder, was zu deutsch „alte Alpe“ heißt. Erst unter den Walsern wurde Steris im Jahre 1356 eine Kuhalpe. Ab diesem Zeitpunkt musste der Alpzins in Form von Käse an die Lehensherren von Blumenegg geleistet werden.
Die wunderschöne Alpe liegt wie auf einem Balkon am Fuße der Kellaspitze und des Rothornes und ist die größte Walseralpe. Steris hat keine Oberalpe, was sehr weite Viehtriebe zur Folge hat. Die Alpe ist sowohl von Sonntag als auch von Marul aus auf einem Fahrweg erreichbar. Ein besonderer Aussichtspunkt ist der Kreuzbühel, wo das Alpkreuz zum sonntäglichen Gebet einlädt.

Das Walservieh
Bedingt durch das Gelände, ist im Großen Walsertal ausschließlich Milchwirtschaft möglich. Das ursprüngliche Walservieh war klein, schwarz und etwas wild. Es war für die Steillage zwar wie geschaffen, hatte aber eine geringe Milchleistung. Über die Propstei St. Gerold kam braunes Schweizervieh nach Vorarlberg. Die Rasse war etwas größer, aber für die Alpung dennoch geeignet. Sie fand allgemein Gefallen, wurde von der Obrigkeit zur Zucht empfohlen und unter der Bezeichnung „Montafoner Braunvieh“ bekannt. In neuerer Zeit stellen manche Walser auf Tiroler Grauvieh um. Die Walser galten immer schon als gute Viehzüchter; in jeder Gemeinde gibt es einen Viehzuchtverein. Am 1. Mai findet in Garsella jeweils die traditionelle Viehausstellung statt. Früher war dort der Viehmarkt des Tales.
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Gemeindegebiet Sonntag Inner Ischgarnei: 190 ha ** 80 ¾ Weiderechte** 6 Hütten Außer Ischgarnei: 170 ha** 48 Weiderechte** 3 Hütten
Der Name Ischgarnei geht auf die keltischen Namen ESCHGA (= Bergweide) und NEI (=Schnee) zurück und bedeutet „Schneeflucht“. Diese Bezeichnung ist dadurch zu erklären, weil das Gebiet einst zum großen hochgelegenen Alpkomplex Schadona gehörte. Auf halbem Weg zur Oberalpe sind beim „Alten Stafel“ und auf der „Schwanzegga“ heute noch Alphüttenstandorte feststellbar. Aus unbekanntem Grund wurden später die Alphütten an den heutigen Ort verlegt.
Außer und Inner Ischgarnei gehörten ursprünglich zusammen. Die Trennung erfolgte 1849. Heimenwald wurde schon 1708 losgelöst. Der damalige Gerichtsammann Johann Franz Heim bestand auf einer Loslösung seines Anteiles, um für sich eine eigene Alpe zu bekommen. Westlich von Heimenwald auf mäßig steilem Hang erinnert der Name „Hüsliboda“ an einen nachweislich ganzjährig bewohnten Weiler.
Im Jahre 1996 erhielt die Alpe Ischgarnei eine Zufahrtsstraße. Die im Jahre 1939 gebaute ca. 1.200 Meter lange Materialseilbahn hatte damit ausgedient. Auf der jetzigen Oberalpe wurde eine äußerst stabile Alphütte errichtet.
Von Faschina ausgehend, führt der nur für Geübte begehbare Drei–Hütten–Wanderweg (Biberacher – Göppinger – Freiburger) über die Hochschere zur Oberalpe von Überlut und an der Oberalpe von Ischgarnei vorbei. Die Biberacher Hütte wurde 1911 vom Deutschen Alpenverein erbaut und ist Ausgangspunkt zur Hochkünzel (2397) und zur Braunarlspitze ( 2697). Auf dem Schadonapass (1842) stehend, verbindet sie das Große Walsertal mit dem Bregenzerwald.

Alte Ansicht der Biberacher Hütte
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Gemeindegebiet Sonntag
Seehöhe: 1540 m ** Flächenmaß: 834 ha
Weidenanzahl: 101 ** Hüttenanzahl: 6
Zwischen Roter Wand, Madratsch, Misthaufen und Bettlerspitz liegt in einem herrlichen Talkessel die uralte Alpe Klesenza. Wir erreichen Klesenza auf dem Güterweg von Buchboden, über das Sättele von Laguz oder auf dem Touristenpfad über das Johannisjoch vom Lechtal her.
Ein schwerer Bergsturz vom Madratsch um 1870 verlegte die Weiden gegen das Sättele zu mit unzähligen Steinblöcken. Am naheliegenden überhängenden Edelweißschrofen mussten in jüngster Vergangenheit drei Hirten ihr Leben lassen.
Die meisten Alphütten wurden in den letzten Jahren erneuert bzw. neu gebaut. Im Jahre 1953 errichtete Pfarrer Josef Kary aus Deutschland einem Versprechen folgend auf der Alpe Klesenza eine Marienkapelle; das Patronatsfest wird jeweils am 15. August mit vielen Besuchern festlich gefeiert.
Am Nordhang der Roten Wand ist die Oberalpe von Klesenza, „Spitzegga“ genannt. Sechs übereinander stufenförmig angeordnete flache Hütten, sogenannte Scherme, wurden wegen der Lawinen in dieser Form errichtet.

Der Name ist vordeutsch: CLUS ENZA bedeutet so viel wie „Abgeschlossenheit“. Die Alpe war im Besitz des Klosters St. Luzius/Chur und wurde schon 1383 an Walliser von Raggal/Marul verkauft. Klöster hatten in früherer Zeit oftmals weit verstreute, unzusammenhängende Besitzungen, welche von div. Schenkungen herrührten.
Immer schon hatte die Alpe unter Lawinen zu leiden. Die untersten Hütten von Klesenza haben sonderbarerweise talwärts die Lawinenschanzen, weil die Staublawinen von der gegenüberliegenden Seite vom Talgrund herauf wieder hochgetrieben werden. 1967 zerstörte eine gewaltige Lawine drei Hütten und die Kapelle.
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Gemeindegebiet Raggal
Seehöhe: 1584 m ** Flächenmaß: 973 ha
Weidenanzahl: 186,5 ** Anzahl der Hütten: 12
Auf altem Seeboden, wohlbehütet von einem Kranz imposanter Berge, liegt das freundliche Alpdorf Laguz. Die Übergänge Garmil und Sättele bzw. der Berg Madratsch säumen das Alpgebiet im Norden. Auf dem Weg zur Garmilhöhe bestaunt der Wanderer Gipslöcher und Erdpyramiden, seltsame geologische Formationen. Gegen Osten hin grüßt die Rote Wand, Königin des Lechquellengebirges (2704 m) und europäische Wasserscheide. Im Süden weiten sich die Weideplätze des Schafberges und des Otternkopfes.
Die Alpe wird urkundlich erstmals 1578 erwähnt. Die zwölf Alpbesitzer teilten sich die 210 Weiderechte, wobei allein 45 auf die Herrschaft Blumenegg entfielen. „Laguz“ geht auf die romanische Bezeichnung LACUS (= Seeboden) zurück. Die Rote Wand hieß vordem MADRISCHA (mater isia), was übersetzt „Bergmutter“ heißt. Vielleicht verbirgt sich in diesem Namen sogar eine Berggöttin der Kelten!

Durch die Alpe führten zwei uralte Wege: Der Salzweg von Tirol kommend zog folgende Route: Formarin – Laguz – Garmil – Partnum – Stein – Sonntag – Fontanella. Die Walser auf dem Tannberg hatten ihre Pfarrkirche in Nüziders. Der stundenlange Kirchweg verlief ebenfalls über Formarin nach Laguz bis nach Garfülla, wo er dann über den Tiefenseesattel nach Nüziders führte. Täuflinge und Tote mussten dorthin gebracht werden.

Auf dem Weg zur Freiburger Hütte liegt die Oberalpe „In der Enge“. Die einstigen elf Scherme (= notdürftige Alphütten) sind leider längst verschwunden. 1999 wurde zur Erhaltung dieser wunderschönen Hochalpe eine Hütte saniert, seit 2002 erleichtert ein Wirtschaftsweg den Milchtransport in die Sennerei. 1973 wurde die Fahrstraße nach Laguz gebaut. Seit 2000 verkehrt der öffentliche Wanderbus.
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Gemeindegebiet Sonntag
Seehöhe: 1591 m ** Flächenmaß: 305 ha
Weidenanzahl: 81 ** Anzahl der Hütten: 6
Durch das Alpgebiet führte schon zur Zeit der Kelten ein Säumerweg. Der uralte Fernweg zog sich vom Walgau kommend durch das Große Walsertal bis ins Allgäu.
Unter dem Begriff Überlut verstand man ursprünglich die gesamte Berglehne über dem Talfluss Lutz (alte Bezeichnung: Lut oder Lud) bis zum Grat der Zitterklapfengruppe. Der Talstreifen ist nun in drei Gebiete unterteilt: in Unterüberlut, in Oberüberlut und in Mutta. 1399 wurde das Gebiet durch den Werdenberger Bischof Hartmann von Chur Walliser Bauern als Lehen überlassen. 1483 vergaben die Blumenegger Grafen den Landstreifen den dort wohnhaften Walsern als Erblehen.
Mit ziemlicher Sicherheit ist anzunehmen, dass die jetzige Alpe Oberüberlut – 1591 Meter Seehöhe(!) - anfänglich ganzjährig bewohnt war. Um 1650 kam es in Europa zu einer massiven Verschlechterung des Klimas. Man sprach von einer kleinen Eiszeit. Die Baumgrenze sank bis zu 300 Meter talwärts. Das bäuerliche Leben musste in tiefere Regionen verlagert werden. Alle extrem hochgelegenen Walsersiedlungen in Vorarlberg wurden damals aufgelassen. Oberüberlut konnte nicht mehr ganzjährig bewohnt werden und wurde eine Alpe.

Unterüberlut dagegen wurde noch bis 1951 ganzjährig bewohnt; der letzte Siedler hieß Alois Schnetzer. Sein verlassenes Haus wurde im Lawinenjahr 1954 arg beschädigt und 1985 abgebrochen. Es dürfte eines der ältesten Walserhäuser des Tales gewesen sein. Nun wird Unterüberlut als Maisäß bewirtschaftet. 1985 wurde auf die Alpe Oberüberlut ein Fahrweg errichtet, im Jahre 2000 wurde dieser bis auf die Oberalpe von Oberüberlut weitergeführt.
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Gemeindegebiet Blons
Seehöhe: 1617 m ** Flächenmaß: 136 ha
Weidenzahl: 76 ** Anzahl der Hütten: 6
Zum großen Alpgebiet der Herrschaft St. Gerold gehörten Plansott, Ahorn, Propstalpe, Frutzalpe, Hüggen und Sentum. Während im übrigen Tal die freien Walser schon Jahrhunderte ihre Alpen als Eigentum besaßen, waren die Bewirtschafter der Klosteralpen dem jeweiligen Propst verpflichtet. Bis 1649 wurde die große Alpe mit 350 Kuhweiden gemeinschaftlich bewirtschaftet. 210 Weiderechte gehörten der Propstei eigentümlich, die restlichen 140 wurden wahrscheinlich den Erstsiedlern überlassen. Jedem Gotteshausmann war es gestattet, sein Vieh auf diese Alpe zu treiben. Außerdem durfte jeder Untertane der Herrschaft St. Gerold eine Sommerkuh in den unterhalb angrenzenden Maisäßen halten. 1669 entstanden durch Teilung die oben aufgezählten sechs Alpen.
Die Alpen Sentum und Hügga bildeten nach dieser Teilung noch eine Einheit und trugen den Namen Schgansünien. Es waren eigentlich Oberalpen der darunter liegenden Alpe Dietschinova, wo die Hütten standen. Anlass zur Teilung dieser beiden Hochalpen war ein Lawinenunglück im Jahre 1717, wo alle Hütten von Dietschinova zerstört wurden.
Schgansünien = Auskäserei Sen(n)tum = Sennerei
Hügga = Hütten Dietschinova = neue Alphütte

Verbreitet war bei den Walsern der Glaube an Alpgeister. Wenn im Herbst die letzte Kuh die Alpe verlassen hatte, sollen allerlei außernatürliche Wesen in die einsamen Alphütten eingezogen sein. Um die Mitternachtsstunde wurde während des Winters geschlachtet und gebraten, gefeiert und getrunken, musiziert und getanzt. „Bütze“ galten als gefährliche Teufelsgestalten, „Geister“ dagegen waren die Armen Seelen, die auf ihre Erlösung warteten. Nur Mutige betraten außerhalb der Alpzeit die leer stehenden Alphütten.
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Gemeindegebiet Blons
Seehöhe: 1556 m ** Flächenmaß: 339 ha
Weidenanzahl: 112 ** Hüttenanzahl: 7
Sera ist die größte Alpe im Gemeindegebiet von Blons und liegt am Fuße des Pfrondhornes. Grenzspitz, Löffelspitz, Pfrondhorn - vulgo: „Serner Falben“ - und Damülserhorn – allesamt Flyschberge - säumen das Alpgebiet. Als Nachbar der Gemeinden Laterns und Damüls grenzt Sera an die zwei Bezirke Feldkirch und Bregenz. Auf 1634 Metern Seehöhe liegt die Oberalpe „Uf da Böda“. Im tief gelegenen Lapfrund wird einige Zeit das Galtvieh gehalten. Die einmalige Landschaft mit ihren lieblichen Alpwiesen erfreuen den Naturwanderer. Botaniker finden eine einzigartige Flora: Frauenschuh, Aurikel, Arnika, Erika und Alpenrose sind typisch. Gams, Murmeltier, Hirsch, Reh und Spielhahn sind im Jagdrevier Sera heimisch.
Der Name ist rätoromanisch und bedeutet soviel wie „Querriegel“. Die Alpgebiete von Sera, sowie Vorder- und Hinterkamm gehörten ursprünglich zusammen und waren Eigentum der Herrschaft Blumenegg, welche die Gründe an Bauern ihres Hoheitsgebietes als Lehen überließen. Die Bestoßung mit Kühen, Rindern, Kälbern und Pferden war in einem Alpbrief genauestens geregelt, ebenso die Waldnutzung bzw. die Wegerhaltung. Ein Alpbrief aus dem Jahre 1488 ist erhalten. 1648 wurde die Propstei St. Gerold durch Kauf Eigentümerin des Alpgebietes. Aus den ehemaligen Erblehensträgern wurden später Privatbesitzer. Die ursprünglich genossenschaftliche Nutzung der Alpe ist heute noch rechtskräftig.

Für Interessierte wurde auf der Alpe Sera eine Schausennerei eingerichtet. Der Gast erfährt, was alles aus dem Rohprodukt Milch erzeugt wird. Vor allem wird die Herstellung des berühmten Bergkäses demonstriert.
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Gemeindegebiet Fontanella
Seehöhe: 1706 m ** Flächenmaß: 186 ha
Weidenanzahl: 63 ** Hüttenanzahl: 4
Die grasreichen Berghänge rund um das Zaferahorn (2107 m) waren schon in romanischer Zeit als Rinderalpe genutzt. Der Name geht auf das lateinische SUPERANU zurück und bedeutet etwa „zuoberst befindlich“. Geologisch bildet das Zaferahorn die Übergangszone der Großeinheiten Kalkalpin und Vorarlberger Flysch. Die Kalkalpen wurden während der Gebirgsbildung auf den jüngeren Flysch aufgeschoben, wobei die Gesteine der Arosazone als eine Art Gleitteppich wirkten.
Südlich des Zaferahorns liegen die Zafera-Maisäße und die Kleinalpe „Bäri“. Ein Teil dieser sonnigen, wasserreichen Hänge wurde um 1360 von den Grafen von Montfort/Feldkirch an einsiedelnde Walliser als Erblehen vergeben. Die Obergrenze dieser Dauersiedlungen erreichten mit über 1750 m die höchsten Werte im Großen Walsertal. Um 1460 ist auf Zafera urkundlich Ackerbau bezeugt. Nach der allgemeinen Klimaverschlechterung um 1650 wurde ein Teil der Dauersiedlungen aufgegeben. Im 19. Jahrhundert wurden die Zafera-Maisäße erneut wieder zeitweise ganzjährig bewirtschaftet.

Maisäß "Tröschel" = Heuschober-Stelle

Maisäß "Gada" = Schlafstätte

Maisäß "Pfnülla" = Heustall

Maisäß "Stockana" = Rodungsname
Östlich des Zaferahornes liegt die Alpe Zafera. Der Alpkessel entwässert in die Bregenzerache. Eine Alphütte ist von seltener Art. In der ganz aus Stein gemauerten Hütte finden sich Gewölbe und Rundbögen, die in rätoromanische Zeit zurückreichen dürften.
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Gemeindegebiet St. Gerold und Thüringerberg
Seehöhe: 1562 m ** Flächenmaß: 184 ha
Weidenanzahl: 93 ** Anzahl der Hütten: 11
Die Flyschberge Tälispitz, Melkgrat und Kreuzspitz säumen im Norden das Alpgebiet. Einmalig ist der Ausblick auf die Berge des Lechquellengebirges (Rote Wand), des Rätikons (Zimba, Schesaplana) bis zu den Schweizer Bergen jenseits des Rheins.
Schon vor der Einwanderung der Walser wurde die Alpe von den Rätoromanen genutzt und hieß damals CAMPASCHUN ( =Weideland ). Die ersten Hütten standen am „Alten Stafel“. Als dann im 14. Jahrhundert die Bewirtschaftung durch die Walser erfolgte, wechselte die Alpe ihren Namen. „Gassner“ entstand aus dem romanischen Hofnamen GASAURA ( Oberes Haus ).
Die Alpe wurde von den Edlen von Malär aus Ludesch-Nüziders als Lehen an die Untertanen vergeben. Dann kam das Gebiet zur Herrschaft Blumenegg, später zu Weingarten und schließlich 1648 durch Kauf zur Herrschaft St. Gerold, ehe die Gassneralpe in Privatbesitz überging.
Ansicht einer ursprünglichen Alphütte

1973 Bau einer Transportseilbahn über das Hölltobel
1988 Erschließung durch einen Güterweg
1988 Anschluss an das Stromnetz der VKW
1991 Bau eines Gemeinschaftsstalles
2002 Sanierung der Alpsennerei
Die Flurnamen sind zum Großteil deutsch: Kälberloch, Zipfel, Täli, Wießplatta, Sättili, Melkspitz, Böstäli, Schwarzschröfa, Rüfi, Notal, Tannetli, Glättana, Hintertritt, Niederjöchli, Trögli, Wang. Die Namen aus der vordeutschen Zeit sind vergessen. Lediglich das große Heidelbeerfeld im Quellgebiet des Hölltobels, bewachsen mit Alpenrosen, Alpenanemonen und Arnika, trägt den romanischen Flurnamen PLAZGADENA, was „Platz zum Ausschauhalten nach Wild oder Weidetiere“ bedeutet.
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Gemeindegebiet Sonntag Seehöhe: 1205 m ** Flächenmaß: 213 ha Weidenanzahl: 36 ** Hüttenanzahl: 2
Steile gras- und felsdurchsetzte Hänge säumen den lieblichenTalkessel der Alpe Metzgertobel am Ursprung des Großen Walsertales. Die junge Lutz bahnte sich ein mit grobem Schotter belegtes Bachbett, das im Sommer stückweise sogar austrocknen kann. Staublawinen setzten in den letzten Jahren dem geringen Waldbestand arg zu. Von Metzgertobel aus führen markierte Wanderwege über Unter-Alpschella und Lite zur Biberacher Hütte bzw. über Ober-Alpschella zur Göppinger Hütte.
Das rechtsseitige Metzgertobel gehörte bis 1762 zum Großalpenkomplex Schadona und diente als Schneeflucht den hochgelegenen Alpen Schadona, Lite und Lägerzun. Das linksseitige Metzgertobel war bis dahin nur Maisäß und wurde erst bei der erwähnten Abtrennung zur Alpe. Der Name „Metzgertobel“ erinnert an die Zeit, als die angesehenen Metzger aus der Herrschaft Feldkirch ihre Rinder und Ochsen zur Sömmerung auf diese Alpe brachten.
1822 erfolgte eine Teilung von Metzgertobel, wobei der Lutzbach die Grenze der beiden Schwesteralpen bildete. 1974 kaufte Anton Türtscher als Eigentümer des linksseitigen Metzgertobel die gesamte Alpe, allerdings ohne die rechtsseitige Hütte. Metzgertobel ist eine der frühesten Alpen des Tales, die Alpzeit dauert bis 110 Tage.
Mit der Alpe Metzgertobel eng verbunden ist eine der markantesten Persönlichkeiten des Großen Walsertales: Anton Türtscher aus Sonntag. Der begeisterte Landwirt wurde 1983 in den Österreichischen Nationalrat gewählt. Als geradliniger, ehrlicher Politiker konnte er einem Gesetz, das gegen die Bauern gerichtet war, nicht zustimmen und trat während der Nationalratssitzung im Parlament am 20. März 1986 als Nationalrat zurück. Die plötzliche Demission erregte naturgemäß großes Aufsehen. Von 1988 bis 1993 war Anton Türtscher Landesrat für Landwirtschaft und Umwelt in Vorarlberg. Als langjähriger REGIO-Obmann bemühte er sich mit viel Einsatz und Weitsicht um die Geschicke des Großen Walsertales.
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