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Die ehemalige Gaststube überrascht durch ihren würdevollen, angenehmen Gesamteindruck. Die hübsche Kassettendecke mit der Jahreszahl 1788, das bemalte Wandtäfer, die schmucke Truhe mit dem Stehkreuz und der beherrschende weiße Steinofen mit Bank und „Häßlatte“ lassen nostalgische Stimmung aufkommen. Die Stube mit ihren zwei großen Tischen und den zwölf Walser Ringstühlen lädt zum Verbleib ein. In den Sprossenfenstern mit Schiebern leuchten die Wappen der sechs Walsergemeinden und von der Wand blickt streng und ernst der ehemals geadelte kaiserliche Staatsrat Martin von Lorenz (1748 – 1828) aus Blons. Er war Doktor der Theologie, Rektor der Wiener Universität Alma Mater Rudolphina und Schöpfer der österreichischen Schulreform von 1804.
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In der Wohnstube spielte sich das Familienleben ab. Der Tischwinkel und die Ofenecke beherrschen den Raum. Ein schmucker Herrgottswinkel, ein großer Wandspiegel, Erinnerungstafeln, ein Kanapee, ein Quecksilberbarometer und eine Pendeluhr im Uhrkasten zählen zum Inventar.

In der Walserstube wurden die Mahlzeiten eingenommen. An Winterabenden spannen Mutter und Töchter am warmen Kachelofen die Wolle, flickten bei schwachem Licht Kleider oder sie strickten. Der Vater fertigte mit einem Zugmesser auf einer Schneidbank neue Sprossen für die Heinzen oder es waren gar der Schuster oder der Schreiner auf der Stör.
Die Stube war auch der Ort des „Hängart“, jener Ort, wo sich die jungen Leute zu geselligem Tanz oder zum Kartenspiel trafen, wo sich die Liebesleute am „Stubati-Tag“ (Donnerstag) näher kennen lernten und wo die Verwandten bei einem Todesfall gemeinsam den Psalter beteten.
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Von der Vorlaube rechts finden wir eine komplett eingerichtete Walserküche, wie sie um 1900 in den meisten Walserhäusern zu finden war, mit Essecke, offenen Küchenregalen, einem damals modernen Sparherd mit Wasserschiff und zwei Backrohren. Der „Chessiofen“ mit dem Kupferkessel diente zur Bereitung von Waschwasser, zur Bereitung von Sauerkäse, zum Buttereinsieden, zum Aussieden von Molke („Schotta-Gsieg“) und oftmals auch zum Schnapsbrennen.

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Der Walser Bauer verarbeitete die Milch bis ins !9. Jahrhundert selber zu Butter und Sauerkäse. Bald nach 1800 begann man im Walsertal mit der Fettkäserei. Gemeinschaftskäsereien wurden eingerichtet. Die „Käsebarone“ Moosbrugger aus dem Bregenzer Wald bzw. aus Thüringen ließen aus der italienischen Schweiz Senner ins Große Walsertal kommen, um die Erzeugung der beliebten Käsesorte „Battelmatt“ durchzuführen. Die Moosbrugger betrieben einen schwunghaften Käsehandel vor allem mit Italien. Sie bestimmten nicht nur im Bregenzer Wald den Milchpreis, sondern auch im Großen Walsertal.

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Im gleichen Raum wie die Sennerei befindet sich die Rauchküche. Die beiden Räume sind durch einen ausgeschroteten Tragbalken voneinander getrennt. Die uralte Rauchküche, sie gehört zum ältesten Teil des Gebäudes, war bis zum Dachfirst offen. Eine mächtige Kaminschoß, in der eine verstellbare Kette für den Hängekupferkessel über der offenen Feuerstelle hing, fing den Rauch des Plattenherdes auf und führte ihn über das Dach hinaus ins Freie. Der Plattenherd wurde mit langen Holzscheitern bestückt; der verstellbare Herdring ermöglichte die Verwendung großer und kleiner Pfannen. Neben dem Herd konnte durch die Ofentüre der große Backofen in der Bürgerstube beheizt werden, in dem das Brot für einen Teil des Dorfes gebacken wurde.
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Ein Relief des Großen Walsertales im Maßstab 1:20000, zweifach überhöht, wurde von VD Eugen Dobler hergestellt und dient als Blickfang in diesem Raum. Darüber „schwebt“ ein Adler. In einer großen Vitrine zur Rechten sind einige Tiere aus dem Großen Walsertal zu bewundern. In einem weiteren Schaukasten links davon sind Tag- und Nachtschmetterlinge, sowie Käfer zu sehen. Darüber kann ein von Wespen kunstvoll angefertigtes Nest bestaunt werden. In zwei Flachschaukästen zeigen die Schüler der Hauptschule Großes Walsertal, was man im Wald überirdisch finden und unter der Erde entdecken könnte. Zwischen den Fenstern an der Südwand sind Pilzpräparate zum Thema „Pilze rund um den Falvkopf“ (oberhalb von Blons) ausgestellt, die Werner und Isabella Oswald aus Frastanz mit ihren Helfern aus Anlass des „GEO-Tages der Artenvielfalt“ im Jahre 2002 gesammelt haben. Den Abschluss des Rundganges im Naturkunderaum bildet eine Ausstellung über die Geologie des Walsertales, gestaltet von Dr. Werner Hieke aus München, der ein profunder Kenner dieser Thematik ist.
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Im Kellergeschoss befindet sich das im Aufbau befindliche Walserarchiv. Erwähnenswert sind die Urkunden aus der Engstler-Dietrich Stiftung und weitere Archivalien aus dem Nachlass von Andreas Heim aus Raggal, diverse Kopien von Urkunden aus dem Pfarrarchiv Blons, verschiedene Archivalien, Postkarten- und Fotosammlungen von Dobler Eugen sowie eine Fotosammlung über Walser-Gebäude von Ing. Ender aus Götzis. Sehr wertvoll sind die drei Ordner mit Alpurkunden aller Walseralpen von Werner Vogt. Die umfangreichste Sammlung ist der Nachlass von Bürgermeister Christian Nigsch (1846-1897) aus Sonntag mit über 2.500 Schriftstücken. (Verträge, Schuldverschreibungen, Behördenschriftverkehr usw.)

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Vorlaube
Über einen ausgedienten Mühlstein betreten wir vom Vorplatz kommend durch die Haustüre die Vorlaube, wo sich die Kassa und der Verkaufsraum befinden. Eine Wandtafel mit einem "Haussegen" begrüßt den Besucher.
Kleiner Wirtschaftsraum
Bevor wir den Naturkunderaum betreten fällt ein mächtiger Türstock mit der Jahreszahl 1608 auf; er stammt aus dem Schöllermaisäß in Unterüberlut . Leider fand sich damals niemand, der das Haus saniert hätte, es wurde 1985 abgebrochen. In einem kleinen Wirtschaftsraum stehen Geräte, die der Erzeugung von Most und Schnaps dienten. Schließlich erinnert eine mächtige Baumscheibe mit ihren Jahresringen an bedeutende geschichtliche Ereignisse im Tal. Außerdem werden an der Südwand Jagdgeräte und Trophäen gezeigt.

Kleine Laube
Bevor wir über eine steile, enge Treppe das Obergeschoß erreichen, sehen wir in der Kleinen Laube an der Wand zwei hölzerne Feuereimer hängen, die an die einstigen feuerpolizeilichen Vorschriften erinnern. Mit dem mächtigen Niederreißhaken (ohne Stange) brachten die Feuerwehren brennende Gebäude zum Einsturz, wodurch ein Übergreifen der Flammen auf umstehende Objekte verhindert werden konnte.
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